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Holzeinschlag kann deutlich gesteigert werden

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VON: TEXT UND FOTO:HELGA GEBENDORFER


Pilotprojekt „Holzvorrats- und Zuwachsaufnahme" der FBG Aiglsbach abgeschlossen

Foto: Stellvertretend für alle Teilnehmer überreichte Hans Baur (3.v.re.) an Vorsitzenden Georg Huber (4.v.li.) im Beisein von Uwe Vos (EDV), Forstpräsidentin Petra Bauer, Forstdirektor Hubert Berghammer, Geschäftsführer Georg Weiher, Alois Schamback und Dr. Reiner Grasberger (Kartografie) (v.li.) die Unterlagen für seine Waldflächen.

 

Übergabe Hofplan Wald durch Hans Baur (Bayerischer Waldbesitzerverband e. V.)

Aiglsbach/Landkreis Kelheim. Erfolgreich beendet wurde die Pilotstudie „Holzvorrats- und Zuwachsaufnahme", die die Forstbetriebsgemeinschaft Aiglsbach in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Waldbesitzerverband durchführte. Nach Abschluss der Datenerhebung wurden den 191 Teilnehmern im Rahmen einer Versammlung die Ergebnisse mitgeteilt und die Unterlagen über die eigenen Waldflächen überreicht.

„Auch wenn es länger gedauert hat, als anfangs angenommen, so hat sich unser Projekt auf alle Fälle gelohnt", freute sich Vorsitzender Georg Huber. Denn diese Aufnahme sei eine sehr gute, nachhaltige Bewirtschaftungsgrundlage für die Waldbauern. Sowohl für sie als auch die FBG-Geschäftsführung seien diese Daten angesichts der Forstreform sehr nützlich. Huber versicherte seinen Kollegen, dass die Unterlagen streng vertraulich behandelt werden und wies darauf hin, dass die abgesprochenen Kosten von 7,50 € pro Hektar eingehalten werden. Zum Schluss bedankte er sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

„Trotz einiger Hindernisse hat alles geklappt", erklärte der Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Hans Baur mit dem Hinweis, dass die FBG Aiglsbach wegen ihrer Aufgeschlossenheit und Offenheit gegenüber Neuem für das Projekt ausgewählt worden ist. „Die gewonnenen Daten stellen für jeden Waldbauern wertvolle Informationen über ihren Bestand und dessen Nutzungsmöglichkeit dar", meinte er. Die FBG könne mit diesem Programm agieren.

Alois Schambeck von der Bayern-Forst-GmbH, die die Projektleitung inne hatte, ging gemeinsam mit den Zuhörern die erhaltenen Unterlagen durch und stellte die Ergebnisse bezogen auf die gesamte FBG vor. Demnach beteiligten sich 191 Waldbauern mit einer Gesamtfläche von 2171 ha, was eine durchschnittliche Fläche je Teilnehmer von 13,4 ha ergibt. Aufgenommen wurden 1090 Flurstücke in 24 Gemeinden und 58 Gemarkungen.

Mit 90 Prozent Nadelholz – davon 60 Prozent Fichte – und zehn Prozent Laubholz sind die Baumarten ungleich verteilt. Insgesamt ist ein hoher Flächenanteil an Altbeständen zu verzeichnen, wobei der Kiefernholzanteil seit 80 Jahren rückläufig und der Laubholzanteil in Altbeständen relativ hoch, in Jungbeständen seit 30 Jahren stetig ansteigend ist. Auch die Douglasie, Lärche und Tanne nehmen seit 15 Jahren deutlich zu.

„Trotz einem Kiefernanteil von 40 Prozent in über 80 jährigen Beständen ergab die Untersuchung mit 790000 Festmeter (fm) bzw. 366 fm/ha einen hohen durchschnittlichen Holzvorrat", lautete das Fazit von Schambeck. Der jährliche Zuwachs beträgt nach seinen Angaben insgesamt 18200 fm bzw. 8,4 fm/ha. Der Diplom-Forstwirt machte die Waldbauern darauf aufmerksam, dass vor allem in Jungdurchforstungen Pflegerückstände zu verzeichnen sind. Er führte aus, dass in den nächsten zehn Jahren pro Jahr eine Holznutzung von insgesamt 21150 fm bzw. 9,8 fm/ha bei einem 80-prozentigem Anteil von Endnutzungen und einer durchschnittlichen Nutzungsquote von 30 Prozent geplant ist. „Nutzen Sie verstärkt den Überhang an Altbeständen zugunsten zuwachskräftiger Folgebestände", empfahl der Fachmann. Durch den hohen Anteil an Starkholz bei der Fichte bescheinigte er lukrative Aussichten. Außerdem weise das stärkere Stammholz bei der Buche oft eine gute Qualität auf. Abschließend fasste Schambeck zusammen: „Der Holzeinschlag kann deutlich gesteigert werden. Bei den Altbeständen sind zusätzliche außerplanmäßige Nutzungen jederzeit machbar, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden."

Auch Forstpräsidentin von Niederbayern /Oberpfalz Petra Bauer begrüßte das Modellprojekt und gratulierte zum Erfolg. Die Waldplanung helfe Nutzungsdefizite zu erkennen und Übernutzungen zu verhindern. „Gleichzeitig bietet sich für die FBG die Gelegenheit, Nachfragen nach bestimmten Sortimenten gezielt auf die geeigneten Parzellen zu lenken und die entsprechenden Waldbesitzer ansprechen zu können", so Bauer, die darin bessere Vermarktungschancen sieht. Denn auch attraktive Großabnehmer können als Kunden gewonnen und dauerhafte Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden. Ein weiterer Gesichtspunkt: Da die FBG durch die Forstreform künftig die Aufgabe der einzelbetrieblichen Beratung übernehmen soll, ist sie nach Meinung der Forstpräsidentin gefordert, Anstrengungen zur Intensivierung der Holznutzung und gemeinsamen Holzverwertung zu übernehmen, um in den Genuss von Förderbeträgen zu kommen sowie die Umsätze zu verbessern.

Obiger Pressebericht ist in den Zeitungen "Landwirtschaftsblatt" und "Mainburger Tagblatt" veröffentlicht worden.